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Dienstag, 3. April 2018

Mein Tauchabenteuer - Koh Tao Teil 2

Zu den wenigen Dingen, die ich mir schon vorab zumindest grob für meine Reise vorgenommen hatte, zählte "einen Tauchschein machen".

Schonmal als kleine Vorwarnung, dieser Eintrag wird etwas länger. Tauchen braucht eben seine Zeit.


Spontane Planänderung

Ursprünglich war mein Reiseplan eigentlich etwas anders. Ich wollte meine Cousine Kira von Koh Phangan aus in Richtung Bangkok begleiten und dann erstmal meinen Flug nach Vietnam (Ho Chi Minh City) antreten. Diesen Flug hatte ich einen Tag vor meinem Abflug nach Bangkok gebucht, da ich beim Check-in nachweisen musste, dass ich Thailand nach maximal 30 Tagen ohne Visum wieder verlassen würde.

Relativ spontan habe ich diesen Plan am vorletzten Tag auf Koh Phangan dann noch über Bord geworfen. Bevor ich das erste Mal auf Koh Tao gewesen bin, war mir nicht bewusst, welch ein Tauchmekka die Insel ist.

Wieso sollte man irgendwo seinen Tauchschein machen, wenn man ihn auch am dafür besten Ort Thailands oder vielleicht sogar der ganzen Welt machen kann?

Somit habe ich kurzerhand meinen Flug nach Vietnam verfallen lassen und bin zurück nach Koh Tao gefahren, um meinen Plan in die Tat umzusetzen.

Bis zum Ablauf meiner legalen 30 Tage in Thailand hatte ich noch gut acht davon übrig, das war also kein Problem. Solange man innerhalb dieser Frist das Land verlässt, ist es Thailand egal wann und wie. Sollte man jedoch diese Frist überschreiten kann das bei der regulären Ausreisekontrolle ein teurer Spaß werden.


Warten auf die Fähre auf Koh Phangan

Auf der Fähre zurück nach Koh Tao

Wiedersehen macht Freude: Zurück auf Koh Tao

Auf der Suche nach einer Tauchschule

Koh Tao ist die Taucherinsel schlechthin! Das merkt man schnell. Ungefähr in jedem dritten Laden entlang der Strandpromenade am Sairee Beach befindet sich eine Tauchschule. Um die 70 Stück davon gibt es bestimmt verteilt über die ganze Insel - die Zahl habe ich irgendwo mal gehört, ich bin in diesem Fall allerdings keine verlässliche Quelle.

Wie entscheidet man sich nun also für eine passende Tauchschule? Wer die Wahl hat, hat eindeutig auch die Qual. Und Entscheidungen treffe ich ja ach so gerne...

Ich hatte bereits drei oder vier Empfehlungen von Freunden und Bekannten im Gepäck und wollte mir die Schulen einfach mal persönlich vor Ort ansehen und herausfinden, wo ich das beste Gefühl habe.

Bereits am Hafen von Koh Phangan wurde ich von einem Promoter für die weltweit größte Tauchschulenkette angesprochen - Ban's Diving. Zufällig auch eine der Empfehlungen, die ich bekommen hatte.

Angekommen auf Koh Tao gabelte mich der Promoter wieder auf und ich habe gerne zumindest die Freifahrt dorthin mitgenommen. Bereits in der Eingangshalle und auch während der Führung merkte ich allerdings schnell, dass dies nicht mein Ort sein würde. Zwar wurde ich professionell informiert, konnte frei zwischen Englisch und Deutsch wählen und hätte noch am selben Tag dort starten können für einen vergünstigten Preis. Allerdings war mir das Ganze zu fließbandartig. Die Tauchinteressenten wurden einer nach dem anderen reingelosts, informiert und herumgeführt. Das war mir zu anonym. Für halbe Sachen ist die Auswahl einfach zu groß.

Nach der kleinen Inforunde ohne Verkaufsabschluss habe ich dann natürlich keine Freifahrt mehr zu meinem bereits gebuchten Hostel bekommen, somit bin ich die 20 Minuten samt Gepäck durch die pralle Sonne gelaufen. Aber Sonne mag ich ja und ans Schwitzen hab ich mich eh längst gewöhnt.

Eingecheckt habe ich dann ins HIVE Hostel. Ziemlich neu, bunt und gesellig. Hier habe schnell einige Leute getroffen, die bereits mehrere Wochen in diesem Hostel verbracht haben. Für meinen Geschmack allerdings ein bisschen zu weit vom Schuss ab. Ohne Roller läuft man ganz schön lange in Richtung Strand. Aber für eine Nacht kann ich überall übernachten. Mein Plan war ja so schnell wie möglich meinen Tauchkurs zu starten, möglichst bereits am Folgetag.

Auf dem Weg zu weiteren Tauchschulen hat mich Helen begleitet, die ich bereits kurz im Hostel kennengelernt hatte. Helen hat gerade ihr Abitur in Deutschland gemacht und reist ebenfalls allein durch Südostasien. Sie wollte sich nach ein paar Schnorchelmöglichkeiten erkundigen.

Da der Tag schon relativ weit vorangeschritten war und wir auf dem Weg noch einen Essensstopp einlegen musste, war der Großteil der Tauchschulen bereits geschlossen. Ein paar Infos konnte ich noch einholen, wollte dann aber lieber am Folgetag weitersuchen.


Kokonuss Wettertstation an der Strandpromenade

Abendessen im Lieblingsrestaurant Krua Thai mit Helen und anderen Tauchern,
die wir auf dem Weg zufällig getroffen hatten.

Rainbow Fish Divers

Am nächsten Tag ging plötzlich alles ganz schnell. Quasi wie geplant. Eine Tauchschule stand noch auf meiner Empfehlungsliste und deren Website hatte mich schon fast überzeugt: Rainbow Fish Divers
Eine gute Website ist immer schon die halbe Miete wie ich finde.

Ursprünglich hatte ich nichtmal darüber nachgedacht meinen Tauchschein auf deutsch zu machen, obwohl ich viel Gutes darüber gehört hatte. Das war also eigentlich kein Kriterium für mich. Die Tauchschule meiner Wahl hat mich dann aber gleich sehr freundlich empfangen. Dort sitzt die liebe Pooh an der Rezeption und kümmert sich um alles. Ich konnte direkt am selben Tag anfangen.

Die Preise bei Rainbow Fish Divers sind etwas höher als die der meisten anderen Schulen in der Umgebung. Dafür geht der Kurs einen Tag länger und es sind zwei Tauchgänge mehr inkludiert. Für mich stellte sich das schnell als sehr gut investiertes Mehr-Geld heraus.

Ach ja, und das ein Tauchvideo war auch noch im Preis enthalten. Das gibt's ganz unten zu sehen.

Ich habe direkt das Komplettpaket für den SSI Open Water Kurs gebucht inklusive der Unterbringung im Rainbow Dorm. Das Ganze hat mich umgerechnet ein bisschen mehr als 300 Euro gekostet. Ein wahres Schnäppchen, wenn man dies mit Kurspreisen in Europa vergleicht. Bei den günstigeren Tauchschulen auf Koh Tao kann man nochmal circa 50 Euro sparen - wenn man das möchte.

Los geht's mit dem Tauchkurs

So ein Tauchkurs findet nicht ausschließlich im Wasser statt. Wie man sich denken kann, benötigt es auch ein bisschen was an Theorie. Der Tauchsport ist nicht ganz ungefährlich. Daher gibt es die ein oder andere Regel, an die man sich halten muss, wenn man nicht möchte, dass der Sauerstoff knapp wird oder einem das Trommelfell platzt.

Tag eins bestand hauptsächlich darin, die Gruppe kennenzulernen und schonmal zwei der fünf Theorie-Videos in klimatisierter Umgebung anzusehen.

Die maximale Gruppengröße bei Rainbow Fish Divers ist sechs, dazu ein Tauchlehrer. Meine großartige Tauchgruppe bestand auch fünf Teilnehmern und Sascha, unserem entspannten und sehr erfahrenen Tauchlehrer. Diese Entspanntheit kam ganz besonders mir ziemlich bald sehr zugute.

Unsere Gruppe war gut gemixt: Christina & Nils, dazu Jessi, Chris-Marvin und ich. Drei Mal Hamburg und Umgebung (na gut, Bremen), ein Mal Ruhrpott und dazu ein Ossi. Wir haben uns alle auf Anhieb gut verstanden, gegenseitig unterstützt und die Mittagspause und meist auch die Abende gemeinsam verbracht.

Viereinhalb Tage ging der Anfängerkurs. Der halbe Tag war der erste mit Kennenlernen und Videosession. Dann ging's weiter mit den ersten Übungen im Wasser, wieder Theorie, dann die ersten Tauchgänge und so weiter.


Stundenplan, wie in der Schule.

Abends im Bett noch büffeln

Wäre da nicht der Kopf

Es könnte alles so einfach sein. Theoretisch geht Tauchen so:

Taucherausrüstung zusammensuchen, aufbauen, anziehen (und das ganze Ding inklusive Flasche ist ganz schön schwer!), ab ins Wasser, Maske aufsetzen, Atemgerät in den Mund und runter geht's.

Rainbow Fish Divers hat keinen eigenen Pool zum Üben, sondern es geht direkt ins Meer. So kann sich jeder gleich an die richtige Umgebung im Salzwasser gewöhnen.

Wir sind nur ein paar Meter direkt vom Strand aus alle zusammen ins Meer und haben mit den ersten Übungen gestartet. Also zumindest haben alle anderen damit gestartet. Ich hingegen war ziemlich damit beschäftigt ständig und panisch wieder aufzutauchen, um nach Luft zu schnappen. Dieses ganze Konzept von Maske im Gesicht, dazu noch der Atemregler im Mund, anders atmen als normal und auf gar keinen Fall durch die Nase, hat sich meinem Kopf nicht erschlossen.

Ich muss dazu sagen, dass ich sicherlich nicht prädestiniert bin fürs Tauchen. Das wusste ich. Schnorcheln mit Maske hat mir vorher nie besonders gut gefallen. Und Wasser ist auch nicht unbedingt mein Element. Schwimmen kann ich natürlich und ich wollte einfach wissen, wieso alle Taucher so begeistert sind von diesem Sport.

Wie auch immer, es wollte mir einfach nicht gelingen auch nur fünf Minuten am circa zwei Meter entfernten Meeresboden zu verweilen. Ich konnte mich einfach nicht überwinden und die Panik stieg mit jedem Versuch und jedem Tropfen Wasser in der Nase. Ich konnte meinen Kopf nicht abschalten.

So bin ich dann erstmal allein zurück an den Strand und war erstmal ziemlich enttäuscht von mir selbst. In dem Moment konnte ich mir nicht vorstellen, wie das funktionieren soll und sah mich schon ohne Tauchschein weiterreisen. 

Es gibt einfach diese Hürden im Leben, die in manchen Momenten unüberwindbar erscheinen. Ich hatte tatsächlich Angst unter Wasser und der Entspannungsfaktor lag für mich in ungreifbarer Entfernung.

Sascha sah das Ganze noch ziemlich entspannt und hatte mir aufgetragen, nochmal ordentlich schnorcheln zu üben und den Tag dann einfach erstmal abzuhaken. Vielleicht würde das ja helfen.

Ganz aufgeben wollte ich selbstverständlich noch nicht und habe zusammen mit der sehr verständnisvollen Jessi dann noch diverse Schnorchelübungen gemacht.

Einigermaßen guten Mutes bin ich dann in den nächsten Tauchtag gestartet. Wenig erfreulicherweise stand hier bereits das berüchtigte Maske-Abnehmen auf dem Programm.

Nachdem der Theorieteil des Tages vorüber war, hat Sascha erstmal nur mich allein mit ins Wasser genommen. Wir sind ein Stückchen rausgeschwommen und erst dann ein bisschen abgetaucht. Ganz entspannt.

Dann hat es plötzlich Klick gemacht!

Ich hatte es geschafft und konnte auch über die ersten schlimmen fünf Minuten hinaus unter Wasser bleiben und weiterhin ein- und ausatmen. Sogar die Übung mit dem kurzfristigen Rausnehmen des Atemreglers und das Ab- und wieder Aufsetzen (mit Augen auf!) der Maske konnte ich schnell und erfolgreich (naja, eventuell auch erstmal eher schlecht als recht) hinter mich bringen.

Yeah! Ab jetzt konnte das Abenteuer Tauchen so richtig beginnen. Glückselig habe ich ganz besonders diesen Abend verbracht und freute mich auf die folgenden.



Sonnenuntergang auf Koh Tao

Tauchkurs und weitere Freizeit auf Koh Tao

Ab jetzt hat jeder Tauchtag so richtig viel Spaß gemacht. Nachdem das Pflichtprogramm mit weiteren Übungen und auch der Theorietest (kein Hexenwerk) abgehandelt waren, ging es raus aufs große, weite Meer. Es gab viele bunte Fische und einen ziemlich gefährlich wirkenden Moment mit einem Barracuda zu erleben.

Am allerbesten daran war aber einfach dieses ganz bestimmte Gefühl, das sich unter Wasser einstellt, wenn es mit der Tarierung (Auftrieb oder auch Balance) erstmal so einigermaßen klappt. Tauchen fühlt sich an wie Fliegen. Man bewegt sich fort ohne zu laufen, kann hier und da mal eine Rolle drehen. Es fühlt sich an wie eine ganz besondere Freiheit. Und oben drauf gibt's dann noch diese ziemlich coole und faszinierende Welt der Meerestiere und Korallen.

Wenn ich nicht gerade unter Wasser war, dann habe ich die meiste Zeit mit der Tauchtruppe und ein paar anderen Leuten aus unserem Tauch-Hostel verbracht. Zum schnell enger werdenden Kreis gehörten noch Lukas, der leider aufgrund einer ziemlich fiesen Wunde am Arm erstmal keinen Tauchschein mehr machen konnte und Antonia, die bereits einen Tag weiter war im Kurs.

Gefrühstückt haben wir meistens im Flowers. Das Restaurant gehört quasi zur Tauchschule und es gibt 20% auf Getränke, wenn man das hübsche blaue Tauchschulen-Gummiarmband vorgezeigt hat.

In thailändischen Restaurants ist die Service-Mentalität doch recht anders als in good old Germany. Es braucht meist eine Weile, bis man überhaupt bedient wird und es kommt so gut wie niemals vor, dass alle gleichzeitig ihr Essen bekommen oder die Vorspeise vor dem Hauptgang gebracht wird. Auch wird man eher selten bis nie gefragt, ob man noch etwas trinken oder vielleicht zahlen möchte.

Was auch eine typische Szene ist, wenn der Kellner etwa 15 Minuten nachdem man bestellt hat nochmal wiederkommt mit der Information, dass das gewünschte Gericht heute nicht (mehr) verfügbar ist. Dies wiederholt sich dann gerne auch noch ein paar Mal bis sich endlich etwas findet, das dann auch zubereitet werden kann.

So lief es auch an einigen - oder auch an allen Tagen für uns im Flowers ab. Dennoch kamen wir wieder. Das Essen war lecker, es gab tolle Eisgetränke und unsere Lieblingskellnerin Boom kam stets mit einem Lächeln auf den Lippen zu unserem Tisch.

Hier die Highlights von meinem zweiten Mal auf Koh Tao in Bildern:


Jessi und ich machen brav unseren Hausaufgaben

Lernen für den Theorie-Test

Christina, Jessi, Nils, Chris-Marvin und ich auf dem Taucherboot namens Deine Mudda 2


Alles OK über und auch unter Wasser

Die Tauchausrüstung ist startklar für den nächsten Tauchgang

Es geht raus aufs Meer

Abendessen im Lieblingsrestaurant Krua Thai, direkt vor unserem Hostel

Für die angestrengten Beine gibt's eine schöne Massage

Feierabendbierchen am Strand mit Jessi und Chris



Tiefer tauchen und Weiterreise

Ob ihr es glaubt oder nicht, nach den anfänglichen Startschwierigkeiten war ich so begeistert vom Tauchen, dass ich mehr und besser werden wollte. Somit habe ich dann gleich noch den Anschlusskurs drangehängt und darf mich nun Advanced Adventure Diver nennen.

Jessi und Chris taten es mir gleich und gemeinsam hatten wir noch zwei weitere tolle Tauchtage, in denen wir bis auf knapp 30 Meter runtertauchen konnten.

Im Anschluss an unseren letzten Tauchgang hieß es für dann direkt Abschied nehmen. Abschied von der Tauchtruppe, von Koh Tao und auch erstmal von Thailand.

Pooh hatte mir eine Kombination aus Fähre und Nachtbus nach Bangkok gebucht, von wo aus ich einen Flug nach Vietnam (Hanoi) genommen habe.



Kurz vor dem letzten Tauchgang - ein schöner Abschied.


Tauchvideo

Hier gibt's unser super cooles Tauchvideo zu sehen:

Video <-- hier klicken

Passwort: scuba

Filmed and edited by Jacob for Koh Tao ProVideo





Bye Bye Koh Tao Teil 2 und Thailand Teil 1 - Danke für die großartigen ersten Eindrücke!



Mittwoch, 28. März 2018

Entspannung pur auf Koh Phangan

Nach den paar Tagen auf Koh Tao hatten wir Lust auf mehr Insel. Somit haben wir uns wieder auf die Fähre gesetzt. Innerhalb von gut einer Stunde und für 350 Baht (ca. 9 Euro) sind wir dann auf der Nachbarinsel Koh Phangan angekommen.

Geordnetes Chaos am Hafen von Koh Phangan

Das touristische Treiben am Hafen von Koh Phangan war ziemlich interessant. Wir sind von der Fähre gestiegen und folgten natürlich einfach dem Strom an anderen Reisenden in Richtung Zentrum. Ein paar Meter weiter standen dann direkt zahlreiche Songthaews (Tuk Tuks mit ca. 10 oder mehr Sitzplätzen) am Straßenrand und dazu gehörende Oragnisatoren mit Klemmbettern in der Hand.

Ohne groß suchen oder verhandeln zu müssen, wurden alle Ankommenden einfach nur gefragt zu welchem Strand sie möchten. Die Insel ist anstelle von Stadtteilen also mehr oder weniger einfach nur in die verschiedenen Strände eingeteilt, was für eine Insel ja durchaus Sinn macht.

Kira und ich mussten und wollten zum Haad Rin Beach und wurden dann gleich einem Songthaew zugeteilt mit weiteren Passagieren für dieselbe Richtung. Die Fahrt hat jeden pauschal 100 Baht gekostet (2,60 Euro) ohne Verhandlungsspielraum, was zu Abwechslung auch mal ganz angenehm war. Nachdem alle Backpacks und mein Koffer, ohne viel Rücksicht auf Verluste, auf das Dach des Fahrzeugs geworfen worden waren ging die Fahrt los. Alle Teilnehmer wurden noch nach ihrer Unterkunft gefragt, damit der Fahrer wusste, wo genau er zwischendurch halten muss.

Unsere Unterkunft in Haad Rin

Nach etwa 20 bis 30 Minuten hat uns der Fahrer an unsrer Unterkunft am Haad Rin Beach rausgelassen: Sun Beach Bungalows.
Wir waren schon ziemlich gespannt, da wir einen sogenannten Hippie Bungalow mit Hängematte gebucht hatten. Für umgerechnet 16 Euro die Nacht erschien uns dies eine gute Wahl.

Die Bungalow Anlage hat eine super Lage, direkt am Strand und kurz davor auch noch ein Infinity Pool! Davon ungefähr fünf Schritte entfernt befand sich auch schon unser kleiner Hippie Bungalow.

Abgesehen von ein bisschen Staub, eventuell hier und da eine kleine Schimmelstelle (was bei der hohen Luftfeuchtigkeit sicherlich kaum zu vermeiden ist) und ein paar Luftlöchern nach draußen war der Bungalow wirklich ziemlich toll! Die Betten waren völlig in Ordnung, wir hatten unser eigenes Bad mit warmer Dusche und das Beste:

Unsere eigene Hängematte auf unserer eigenen Veranda mit Meer- und Poolblick. Was will man mehr?

Unser Bungalow

Unser Bungalow von innen


Die Tage auf Koh Phangan

Ich muss zugeben, dass ich von Koh Phangan nicht sonderlich viel gesehen habe. Die meiste Zeit habe ich der Hängematte verbracht und einfach die Seele baumeln lassen. Zwischendurch gab es natürlich immer mal eine Erfrischungsrunde durch den Pool. Bei um die 30 Grad und mehr war dies auch dringend nötig.


Der Blick aus der Hängematte

Die Besitzer der Bungalow Anlage sind ein französisches Pärchen. Beide konnten kaum ein Wort Englisch sprechen. Bei meinem eingerosteten Schul-Französisch war ich froh, dass Kira die Sprache fließend beherrscht und so immer mal ein paar Fragen stellen konnte, falls wir welche hatten.

Ob nun aufgrund der Besitzer oder einfach, weil sie auch gerne viel reisen, war der Großteil der anderen Gäste ebenfalls Franzosen. Ausgebucht war die Anlage jedoch keineswegs, viele der Bungalows standen leer und wir waren meistens die einzigen im Pool. Hier merkt man dann, dass wir uns in der Nebensaison befinden.

Ein paar andere deutsche Gäste habe ich zwischendurch noch getroffen. Darunter auch ein Pärchen aus dem Süden Deutschlands, das mit seinen beiden Kleinkindern unterwegs war.

So süß die Kids auch waren, in der Hitze sah das ganz schön anstrengend aus. Die jungen Eltern haben mir erzählt, dass sie beide individuell und vor den Kindern schon viel gereist sind und auch für ihre zweite Reise jetzt nach Thailand eigentlich größere Pläne hatten.
Da aber die Anreise nach Koh Phangan nun bereits mit einigen Strapazen verbunden gewesen war, würden sie sich wohl wenn überhaupt doch nur noch auf eine weitere Insel in der Gegend bewegen. Die vier freien Wochen werden sie nun eher am Pool als auf Wandertouren mit Kinderwagen verbringen.


Der herrliche Pool


Wenn ich nicht gerade in der Hängematte lag, dann waren Kira und ich zusammen am Strand oder beim Essen in einem der Nachbar-Hotels.
Das zur Bungalow Anlage gehörende Restaurant war weder besonders günstig, noch besonders gut. Hier haben wir zwischendurch höchstens mal ein Sandwich gegessen oder ein kühles Getränk für den Strand bestellt.

An einem der ersten Abende wurde uns als Vorspeise jedoch ein Teller mit kleinen Köstlichkeiten serviert. Darunter befanden sich geröstete Grillen.

Ähnlich wie die gerösteten Heuschrecken, die ich vorher in Chiang Mai schon probiert hatte, waren die kleinen Dinger ganz knusprig, sehr gut gewürzt und wirklich nicht schlecht. Wir haben den ganzen Teller leer gegessen.

Hausgemachter Eistee
(schmeckte allerdings exakt wie Zitroneneistee von Lidl, dennoch lecker)

Sonnenuntergang am Strand

Geröstete Grillen

Mmmmmmmm. Geröstete Grillen auf der Zunge!

Unser Frühstück haben wir so ziemlich an jedem Morgen in einem der Nachbarhotels names Coral Bungalows eingenommen. Hier gab es eine gute Auswahl zu günstigen Preisen. Kaffee, Rühreier, Toast, frisches Obst und manchmal noch ein Saft dazu - das typische Touristenfrühstück.

Im Coral Bungalows fand an einem der Abende eine Pool Party statt, die wir uns nicht entgehen lassen wollten. Nachdem sich der Pool dann irgendwann zumindest mal mit in paar Israelis füllte, die im Anschluss an ihre drei bis vier Jahre Wehrpflicht (auch die Mädchen) offenbar gerne nach Thailand reisen, ist dann aber nicht mehr viel passiert.

Der DJ war eher so semi-motiviert und somit war die Party insgesamt kein Highlight. Außer vielleicht für alle um die 18-Jährigen, die sich dann irgendwann um diverse Bier-Pong* Tische versammelt haben.
Poolparty im Hotel nebenan

Partyinsel Koh Phangan

Besonders bekannt ist die Insel Koh Phangan eigentlich als Partyinsel. Hier finden die berüchtigten Full Moon Parties am Strand von Haad Rin statt.

Die Location war also schonmal goldrichtig, jedoch war in unserer Zeit auf der Insel kein Vollmond. In einer anderen Location, nicht am Strand, sondern eher im Dschungel, fand an unserem Samstag vor Ort eine Half Moon Party statt. Im Gegensatz zur Vollmond-Variante mit gratis Eintritt kostet dieser Spaß jedoch 1300 Baht plus Anreise (knapp 35 Euro). Das haben wir uns gespart und stattdessen die Bars am Strand besucht.

Aufgrund der Nebensaison und fehlender Full Moon Party war hier überall nicht sonderlich viel los. Die ein oder andere Feuershow gab es aber natürlich am Strand.

Interessant waren hier die zahlreichen Stände mit sogenannten Buckets. Hier werden kleine Plastikeimer direkt mit ihrem alkoholischen Inhalt präsentiert und dann jeweils mit Strohhalm für um die fünf Euro verkauft. Hierbei sollte man allerdings auf die Details achten.

Die Verkäufer geben sich große Mühe die Alkoholika als Original aussehen zu lassen. Wenn man aber genau hinsieht, dann erkennt man schnell, dass die Siegel auf den Flaschen nicht sonderlich original aussehen. Das schreit schon nach Kopfschmerzen am Folgetag. Ebenfalls ein Spaß, den wir uns nicht gegönnt haben.


Alkohol-Buckets am Strand


Abschied auf Koh Phangan

Ursprünglich hatten wir unseren Bungalow für vier Nächte gebucht. Da uns die Zeit auf der Insel aber auch trotz fehlendem Party-Potenzial ziemlich gut gefiel, haben wir noch um eine Nacht verlängert und die Zeit genossen.


Strandspaziergang

Am Dienstag hieß es dann: Abschied von Kira.

Hier auf Koh Phangan trennten sich unsere Wege. Kira ist zurück nach Bangkok geflogen und ein paar Tage später dann zurück nach Deutschland. Ich hingegen hatte noch weitere Insel-Tage vor mir und machte mich auf den Weg zurück nach Koh Tao.

Danke, Cousinchen, für die schönen Thailand-Wochen mit dir! Du zählst natürlich zu meinen Highlights :)


Abschieds-Pad-Thai

Donnerstag, 22. März 2018

Reif für die Inseln - Koh Tao Teil 1

Nach der schönen Woche im Norden von Thailand hat es Kira und mich weiter in den Süden gezogen. Trotz unserer neu-gewonnenen Begeisterung für Nachtbusse, haben wir uns für einen Flug von Chiang Mai nach Surat Thani entschieden.

Die Strecke über Land hätte uns zwei Tage gekostet. Die Zeit wollten wir lieber schon in der Sonne und am nächsten Ort verbringen. Somit haben wir also Flüge für 70 Euro mit Thai Air Asia gebucht und uns von einem Tuk Tuk zum Chiang Mai Flughafen fahren lassen.

Angekommen am Flughafen musste ich feststellen, dass ich mich umgeben von der ganzen Hitze scheinbar wieder in eine Reiseamateurin verwandelt hatte.

Merke: Reise niemals, wirklich niemals ausschließlich in Top und Shorts, wenn du per Flug, Bus oder Zug in warmen Ländern unterwegs bist. Es sein denn, gefühlte 15 Grad Klimaanlagenkälte machen dir nicht aus.


Mit dem Tuk Tuk zum Flughafen in Chiang Mai

Frieren am Flughafen mit Klimaanlage


Auf dem Weg in Richtung Insel

Angekommen am Flughafen in Surat Thani haben wir direkt vor Ort eine Kombination aus Bus und Fähre in Richtung Insel gebucht. Unser auserkorenes Ziel sollte Koh Tao sein. Surat Thani selbst hat meines Wissens nach nicht viel für Reisende zu bieten. Dieser Ort dient hauptsächlich als Drehkreuz zwischen dem Festland und mehreren Inseln.

Die Bus-Fähr-Kombination hat uns 1000 Baht (26 Euro) pro Person gekostet. Der Preis erschien uns recht hoch, allerdings gab es am Flughafen nur zwei oder drei Anbieter für die gewünschte Strecke, die alle pauschal denselben Preis angeboten haben.

Nach ein bisschen Wartezeit wurden wir mit den Massen an anderen Touris in diverse Busse gelotst und sind dann etwa 40 Minuten zu Fährhafen in Surat Thani gefahren. Dort konnten wir relativ gleich auf die Fähre steigen.

Während mein Koffer mir vom Personal auf der Fähre gleich abgenommen worden ist, konnten alle Backpack-Reisenden ihre Rucksäcke an einem zentralen Sammelpunkt im Passagierbereich "abwerfen". Wie man schnell erkennt, waren die Backpacks eindeutig in der Überzahl.


Backpack Sammelstelle auf der Fähre

Ankunft auf Koh Tao

Nach vier gemütlichen Stunden auf der Fähre mit jeweils kurzem Halt für Ein- und Aussteiger auf Koh Samui und Koh Phangan (= eine Inselgruppe) haben wir Koh Tao erreicht.

Für die erste Nacht hatten wir vorab einen Bungalow im Black Wood Hostel gebucht. Anschließend wollten wir uns auf der Insel mal umsehen und schauen, ob wir in dem Hostel bleiben oder lieber noch weiterziehen.

Praktischerweise war das Hostel fußläufig vom Fährhafen zu erreichen und wir konnten in der Gegend auch gleich ein Restaurant für ein spätes Abendessen finden. Als kleine Abwechslung zur Thailändischen Küche haben wir uns mal ein italienisches Restaurant ausgesucht, das  Neptune Restaurant. Wir kamen gerae noch rechtzeitig für das Backpacker-Angebot All You Can Eat Pizza und haben uns zu zweit drei Pizzen nach Wahl geteilt. Reisen macht hungrig. Oder vielleicht war es auch die frische Meeresluft. Oder ein bisschen von beidem. 

Ankunft im Hafen von Koh Tao

Black Wood Hostel mit Bungalow in Hafennähe

Hostel-Regeln

Unterkunft mit Meer und mehr

Nach der ersten Nacht im Black Wood Hostel haben wir uns dazu entschieden weiterzuziehen. Für eine Nacht war die Unterkunft völlig in Ordnung, aber zwischendurch fiel immer mal der Strom aus und damit auch der Ventilator. Ohne Ventilator steigen die Temperaturen im Nu auf gefühlte 90 Grad. Auf einem Thermometer wären er vermutlich um die 28 Grad.

Die nächste Unterkunft hatte ich wie immer über booking,com gesucht und gebucht. Zwar lag die Bewertung für das Ocean View Resort nur bei knapp über 6 Punkten und nicht wie üblich bei 8-9, aber die Lage direkt am Strand, dem Sairee Beach, kam uns sehr entgegen. Für knapp 10 Euro pro Person und Nacht hatten wir ein Doppelzimmer mit Meerblick versprochen bekommen.

Der Großteil der Bewertungen für das Hotel betraf die Unfreundlichkeit des Personals und Klopapier-Knappheit. Beides keine ausschlaggebenden Kriterien für Kira und mich, da wir so oder so hauptsächlich unterwegs sein wollten.

Angekommen im Hotel haben wir dann direkt zu spüren bekommen, was es mit den schlechten Bewertungen auf sich hatte. Die Dame, vermutlich auch die Besitzerin, an der Rezeption war an Unfreundlichkeit nicht zu übertreffen. Unser Zimmer war nicht wie gebucht verfügbar. Angeblich hatte es einen Fehler im System gegeben. Somit konnten wir für die erste von drei gebuchten Nächten nur ein Zimmer ohne Meerblick bekommen, mussten dann umziehen in das eigentliche Zimmer und sollten dabei noch denselben Preis zahlen ohne Reduktion, da es sich hierbei bereits um eine Promo-Aktion handelte.

Nach einer langen Diskussion mit der Dame ohne jegliches Vorwärtskommen, da sie uns lieber kostenfrei storniert und weggeschickt hätte, sind wir dann in das Ersatz-Zimmer eingezogen zum gebuchten Preis. Zwar hatte ich keine Lust mehr mit dieser Frau auch nur noch ein weiteres Wort zu wechseln, aber in der Hitze eine neue Unterkunft zu suchen gefiel mir auch nicht.

Beide Zimmer waren dann aber wirklich schön und rochen fast nicht modrig, wie es auf Koh Tao wohl in den meisten Unterkünften der Fall ist. Einen Mangel an Klopapier konnten wir nicht feststellen, allerdings geriet ich tatsächlich noch ein bis zwei weitere Male mit der außerordentlich wenig service-orientierten Dame am Empfang aneinander - was eigentlich wirklich so gar nicht in meiner Natur liegt.

Nach unserem Umzug an Tag Zwei hatten wir dann endlich auch den gebuchten Ausblick aufs Meer, waren wirklich direkt am Strand und haben versucht uns möglichst weit von der Rezeption entfernt zu halten.

Ausblick aus unserem Zimmer mit Meerblick

Ocean View Resort

Koh Tao erkunden

Nachdem der Teil mit der Unterkunft nun geklärt war, hatten wir Zeit die Insel zu erkunden.

Koh Tao ist bekannt als die Taucherinsel und sie hält, was sie verspricht. Hier gibt es wohl weltweit die größte Dichte an Tauchschulen, fast jedes dritte Haus entlang der Promenade ist eine davon und nebenan gibt es dann meist noch einen Shop für Taucherzubehör.

Tagsüber wird auf Koh Tao getaucht und abends werden meist die bestandenen Tauchprüfungen gefeiert. Und gefeiert wird hier direkt am Strand. Eine wirklich gute Bar mit toller Live Musik ist die Fishbowl Bar. Auch Kira und ich haben hier ein paar Abende verbracht auch ohne Tauchen am Tag.

Gin & Tonic in der Fishbowl Bar

Allabendliche Feuer-Party-Shows am Strand

Live Musik in der Fishbowl Bar

Party am Strand

Wenn man barfuss durchs Meer nach Hause gehen kann......

Pssst... Oma will schlafen!

Da wir für einen Tauchschein hier nicht genug Zeit eingeplant hatten, sind wir  stattdessen viel entlang der Küste gewandert. Hier gibt es schöne Strände und großartige Aussichtspunkte. Wir lagen am Freedom Beach, das ist der Hippie Beach der Insel, ein bisschen abgelegen, aber ruhig und idyllisch.

Es gibt zahlreiche gute Spots zum Schnorcheln, wie unter anderem die Tanote Bay. Sogar knapp unter der Wasseroberfläche kann man hier schon bunte Fische und Korallen sehen. Man kann sich allerdings auch ganz schnell den Rücken und den Po verbrennen. Autsch!

Dann haben wir noch den Buddha Rock erklommen. Von oben hat man eine grandiose Aussicht über beide Teile de Insel.

Traumaussichten

Wunderschöner Aussichtspunkt im Süden der Insel

Zwischendurch immer mal eine Kokosnuss. Sehr erfrischend!

Aussicht vom Buddha Rock, John-Suwan Aussichtspunkt

Sonnenuntergang auf Koh Tao

Feierabend-Bierchen am Tanote Beach

Aufgrund der vielen internationalen Taucher und Tauchschulen gibt es entlang der Strandpromenade nicht nur coole Bars für die Abende, sondern auch einige Hipster Cafés mit angesagten Kaffeespezialitäten und gesundem Krimskrams. Hier haben wir uns ein nettes Frühstück gegönnt.

Man merkt, dass man sich auf einer Insel befindet, dazu noch der internationale Charakter. Die Preise auf Koh Tao sind höher als im super günstigen Norden Thailands und die Umgebung ist wirklich sehr modern. Nicht unbedingt das typische Thailand-Flair wie auf dem Land, aber zum Entspannen, Erkunden und Erholen wirklich schön.

Kreatives Kloschild

Hipster Frühstück

Unser Lieblings-Restaurant auf Koh Tao war schnell gefunden: Ein Imbiss-artiges Restaurant gleich neben einem kleinen Nachtmarkt und dem größten 7/11 der Insel. Krua Thai heißt der Laden. Es gibt nette Kellner, Plastikstühle, gratis Trinkwasser und aufgrund der super guten Thailändischen Küche und günstigen Preisen ist es hier stets voll.

Bestes Dessert: Mango Sticky Rice! Das ist quasi sehr klebriger Milchreis in Kokosmilch gekocht, dazu zuckersüße Mango und darüber gießt man nochmal mehr süße Kokosmilch. Zum Reinlegen!


Krua Thai Restaurant
Mango with sticky rice. Yuuummmmmmm!

Die vier Nächte auf Koh Tao haben mir super gut gefallen und ich habe beschlossen später nochmal alleine wiederzukommen, um hier meinen Tauchschein zu machen.

Ich geh schaukeln.

Von hier aus ging es dann für uns weiter zur Nachbarinsel Koh Phangan, die vermeintliche Partyinsel.


Good Time